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The Revenant

DiCaprios fulminantes Duell mit einer entfesselter Natur

Der Wilde Westen im Jahre 1823: ein gesetzloses Universum, wo die Macht des Stärkeren zählt. Die Indianer sind keine edlen Winnetou-Figuren, sondern Kämpfer, die mit Pfeilen und Tomahawks ihr angestammtes Territorium verteidigen. So richten die Rothäute in einem Lager von Pelzhändlern ein Blutbad an, die wenigen Überlebenden versuchen, ein sicheres Fort zu erreichen. Unter ihnen auch Fährtensucher Hugh Glass, der von einem Grizzlybären fast zerfetzt wird. Die beiden Männer, die bei ihm bleiben sollten, ermorden seinen halbindianischen Sohn und überlassen den Verletzten seinem Schicksal. Wie durch ein Wunder gelingt es ihm, dem Tod von der Schippe zu springen und sich weiterzuschleppen. Er will nur eines: Rache.

Alejandro González Iñárritu (drei Oscars für die Satire »Birdman«) gehört zu den radikalsten und künstlerisch kompromisslosesten Regisseuren, wechselt in seinem Werk locker von Humor zu Härte. Und an Härte ist sein sechster Film kaum zu übertreffen. Allein der (perfekt computeranimierte) Kampf mit dem Grizzlybären sollte Filmgeschichte schreiben und Leonardo DiCaprios fulminante Performance im Duell zwischen Mensch und entfesselter Natur ist oscarreif, wenn er wie ein Tier am Boden robbt, rohes Fleisch herunter schlingt oder sich im Bauch eines toten Pferdes vor Kälte schützt.

Etwas irritierend die unnötigen Ausflüge ins Esoterische. Aber die vergisst man schnell bei der wuchtigen Kamera von Emmanuel Lubezki. Bei den spektakulären Bildern einer grausamen, in Eis und Schnee erstarrten Wildnis, friert man plötzlich im warmen Kinosaal.
Margret Köhler

The Revenant USA 2015, Regie: Alejandro González Iñárritu
Mit Leonardo DiCaprio, Tom Hardy, Domhnall Gleeson
Zu sehen im Rundkino, im UCI , CinemaxX, Schauburg, Programmkino Ost und im Ufa-Palast.
www.fox.de/the-revenant