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Fast Food ganz anders: Stulle To Go

Das Schnittenbuffet auf der Sporergasse

Wer hat’s erfunden? Diesmal nicht die Schweizer, sondern die Österreicher! Und da wir alle wissen, wie hoch in Felix Austria gute Speisen geschätzt werden und wurden, ist klar, dass selbst bei der Bereitung kleiner Happen viel Fantasie und Kreativität an den Tag gelegt wurde und wird. So kreierte vor weit mehr als 100 Jahren in Wien ein kluger Kopf einen legendären Snack für Zwischendurch, dem hierzulande der große Auftritt lange verwehrt blieb. Und dies, obwohl uns diese Zwischen- oder Hauptmahlzeit ein ganzes Leben lang begleitet. Nur hat sie es hier – im Gegensatz zum genussbewussten Wien – noch nicht zu der ihr gebührenden Verehrung gebracht. Gemeint ist die liebgewonnene Schnitte, Stulle, Bemme, Knifte, das Pausenbrot oder wie auch immer eine Scheibe Schwarzbrot mit Belag genannt werden mag.

Seit 2012 gibt es auch in Dresden, auf der Sporergasse, ein Etablissement, das dem eigentlichen Klassiker des Schnellimbisses huldigt. Vielen Dresdner wird diese Straße nicht unbedingt ein Begriff sein, liegt sie doch ziemlich versteckt zwischen Brühlscher Terrasse und Kulturpalast direkt an der großen Baustelle am Neumarkt. So ist es auch nicht verwunderlich, dass hauptsächlich Touristen den Großteil der Kundschaft ausmachen, gefolgt von Mitarbeitern der angrenzenden Büros und Läden. Ein Spaziergang zum Schnittenbuffet lohnt jedoch auch für Ortsansässige, da nicht nur die Idee, sondern auch ihre Umsetzung ziemlich pfiffig ist. Und nach einer Umstrukturierung im letzten Jahr setzt man beim Angebot zudem vorrangig auch auf regionale Produkte.

Derzeit hat der kleine Laden 17 verschiedene Brotbeläge auf dem Speiseplan – eine schon stattliche Zahl, die noch erweitert wird. Besagte Aufstriche und Beläge werden direkt im Laden bereitet und sehr appetitlich angerichtet. Schon optisch sind die Dresdner Stehbrote (zum Mitnehmen 1,15 Euro) eine pure Einladung, herzhaft hineinzubeißen und es sich schmecken zu lassen. Das Gelb der Curry-Brote, das Violett der Roten Bete – farbenfroh kommen die Schnittchen auf jeden Fall daher und geschmacklich stehen sie dem ersten optischen Eindruck in nichts nach. Von kräftig bis zart geht die Pausenbrot-Palette.

Neben dem Angebot hinter der großen Vitrine hängen im Raum selbst auch noch kleine Anregungen, falls man sich bei der gegebenen Auswahl etwas schwer tut. Auf Wandbildern sind nicht nur die einzelnen Angebote  und deren Inhaltsstoffe aufgezeigt, man erfährt auch gleich aus erster Hand, für wen welches Schnittchen am besten passt. So gibt es für Fleischpuristen mit Tiegelwurst einen Belag, den viele noch aus der Schulspeisung kennen werden. Das gute Stück heißt dann auch gleich so, wie der sächsische Volksmund ebenjenes Mittagsmahl umgetauft hat, nämlich »Tote Oma«. Für Eierköppe steht Ei mit Ei auf der Speisekarte, für die ganz Harten eignet sich auch ein schönes Sülze-Brot.

Wem dies alles ein wenig zu deftig ist, für den gibt es natürlich auch vegetarische und vegane Varianten wie Tomate mit Sonnenblumenkernen oder ganz und gar vegan Erbsen, Möhren und Kohlrabi als »Leipziger Allerlei«. Beim Erschaffen neuer Stullen-Stars kennt das Kreativteam des Ladens offensichtlich keine Grenzen. So gibt es neben dem absoluten Klassiker »Huhn mit Curry« auch Linsensuppe oder hausgemachte Kartoffelsuppe nicht mit, sondern aufs Brot! Die Fülle an verrückt klingenden, jedoch sehr leckeren Varianten scheint unendlich.

Neben dem Mittagsimbiss direkt im Laden oder als Mitnehm-Variante soll zudem bald ein Lieferservice entstehen. Wer kann dieser verlockenden Fast-Food-Variante da noch widerstehen?!
K. Racho

Schnittenbuffet, Sporergasse 9, 01067 Dresden, Telefon 48484558, Montag bis Sonnabend 10  bis 20 Uhr
www.dasschnittenbuffet.de