Haste mal ’ne Mark?

Das Dive Festival wächst und wächst

Ja, wer eine Mark hat, der ist auch in diesem Jahr dabei, wenn das Dive-Kollektiv zum vierten Mal zur Party bittet. Was einmal im brennhaus ganz klein anfing, mauserte sich schnell zum Event. Dabei war die Idee so simpel, wie eine Idee nur sein kann – man muss sie nur haben. Stefan Mehnert und Axel Müller jedenfalls »erfanden«, dass man junge Bands auf die Bühne stellt, niemand der Beteiligten bekommt Gage, und das Publikum zahlt, wie gesagt, eine Mark. So sinkt beim Publikum die Hemmschwelle, sich Bands anzusehen, die es nicht kennt, und die Bands müssen keine Angst haben, ein Publikum zu enttäuschen, das sich 15 Märker vom Taschengeld abgespart hat.
Das Ganze schlug ein wie eine Bombe, und 1999 fand das Dive bereits in der Neuen Mensa statt, die sich ein Jahr später schon als zu klein erwies: 2.650 Besucher und einige Hundert, die nicht mehr reinkamen. Also wagt die heutige Dive-Crew am 19. Januar 2001 den großen Sprung in das Industriegelände. Auf insgesamt sieben Floors gibt es Rock aller Spielarten, Techno, HipHop & Drum’n’Bass, Techno & House, Dark Wave, 70er & 80er Sounds und ein Chill Out.
Auf der Live Stage sind natürlich die traditionellen Gäste Chicago Jazzz (Hallo, das Headset ist uncool!!!) und Sedativa dabei. Die Rocker von SPNX und Stars, die Hardcore-Schlimmfinger von G.O.R.P sowie die HipHop-Crew von Mr. Rentt machen den Set komplett. Dazu kommt noch ein gutes Dutzend DJs, darunter Adams, Ghost DJ, Melchior, Dark in Space, Steven Keen.
Bei all dem soll trotz des geringen Eintrittspreises nie der Eindruck einer Billig-Party entstehen: Eine Mark ist quasi kein Dumping, sondern symbolisch gemeint. Einerseits gehen die gesamten Einnahmen für Technik und Deko drauf und andererseits: Weil niemand Angst hat, Erwartungen nicht zu erfüllen, herrscht auf den Dive Festivals auch jene einmalige Atmosphäre – beim Publikum und bei den Beteiligten.
UWE STUHRBERG

Dive The Festival part 4 19. Januar, Industriegelände